Der Schattenkrieg der U.S.A. gegen den Vormarsch des nationalsozialistischen Regimes

Der erste Plan zur Infiltration von OSS-Agenten ins Deutsche Reich trug den Namen „FAUST“. Er wurde 1943 von der Labor Division des OSS konzipiert und wurde 1944 erstmals umgesetzt. Die Labor Division war eine eigene Abteilung des OSS, die ueber Kontakte zu oppositionellen Arbeiterbewegungen in Deutschland und anderen besetzten Gebieten verfuegte. Die Abteilung wurde vom deutschsprachigen Emigranten Paul Hagen konzipiert und hatte folgende Funktionen.

Die Entsendung von Agenten ins neutrale Ausland; das Sammeln von Informationen aus Zeitungen und Rundfunk; die Kontaktaufnahme mit Gewerkschaften; Untergrundarbeit; die Mobilisierung des Fremdarbeiterpotentials; die Infiltration von Agenten nach Deutschland, zum Teil per Fallschirm – Hagens Vorgaben wurden zur Blaupause fuer die Zielsetzung und Arbeit der OSS-Labor Division.

Die Labor Division in Grossbritannien erarbeitete den FAUST-Plan. Die OSS-Agenten wurden im Rahmen dieser Operation beauftragt, Anti-Nazigruppen vor Ort in Deutschland zu kontaktieren, sowie ein Agentennetzwerk zu installieren und kriegswichtige Informationen zu beschaffen. Die CALPO-Gruppierung unterstuetzte den Plan dadurch, indem sie Akten zur Verfuegung stellten, bei der Rekrutierung von Agenten halfen und Unterschlupf fuer infiltrierte Agenten organisierten.

Die erste Aktion im Rahmen des FAUST-Plans, namens „DOWNEND“, erfolgte am 2. September 1944, als Jupp Kappius als erster OSS-Agent per Fallschirm bei Papenburg abgesetzt wurde. Kappius erschaffte, mit Hilfe seiner ueber die Schweiz eingereisten Frau Aenne, ein Untergrundnetz ausgehend vom Ruhrgebiet, wo er die dortige Gewerkschaftsbewegung zu reanimieren versuchte.

Kappius’ amerikanische Auftraggeber waren ambitioes. Sie hofften, dass ihr Agent eine funktionsfaehige Untergrundorganisation in Deutschland aufbauen wuerde, die den internen Widerstand gegen das NS-Regime befoerdern, Sabotageaktionen in kriegswichtigen Betrieben durchfuehren und, mittels subversiver Propaganda, ein Durcheinander an der deutschen Heimatfront verursachen koennte.

Kappius operierte von seiner Safe Address in Bochum aus und etablierte einen kleinen Kreis aus Fabrik- und Bergarbeitern, dem auch Personen aus gehobenen Positionen in Banken, der Reichsbahn oder anderen wichtigen Unernehmen angehoerten. Diese Untergrundbewegung plante Sabotageaktionen gegen Bahnstrecken und hoffte auf Waffenlieferungen, um den NSDAP-Funktionaeren die Fluchtmoeglichkeiten nehmen zu koennen und um Lebensmitteldepots und Fabriken in den letzten Kriegstagen vor der Zerstoerung zu schuetzen. Ungluecklicherweise kam es nicht zur erhofften Waffenlieferung durch die Royal Air Force und somit konnte die Gruppierung um Kappius die geplanten Sabotageaktionen niemals durchfuehren. Dennoch gelang es der Organisation, kriegsdienliche Informationen zu liefern und gegen Kriegsende einige Nazis an der Flucht zu hindern.

http://othes.univie.ac.at/218/1/10-01-2007_9950025.pdf

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

w

Connecting to %s