Josef Kappius: Politischer Hintergrund und Aktivitaeten zwischen 1933 und 1945

Jupp KappiusSollten Sie sich fuer Jupps politische Akltivitaeten vor und waehrend des II. Weltkrieges interessieren, finden Sie auf dieser Seite Archivmaterial und eine Reihe von Zusammendfassungen, sowie einen Link zum Dokumentationsfilm “Deckname Downend”.

Hier ein paar Auszuege, Berichte und Abhandlungen, die Hintergrundwissen zu Jupps Aktivitaeten bieten.

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Die Weiterführung des antifaschistischen Widerstands in London

Als schließlich im Mai 1940 die deutsche Armee ihre WestOffensive eröffnete, und die französischen Truppen innerhalb kürzester Zeit kapitulierten, blieb den ISK-Mitgliedern und zahlreichen anderen Widerständlern nur die Flucht vor den heranrückenden Nationalsozialisten. Für die meisten war es naheliegend, nach Großbritannien auszuwandern, das letzte verbliebene Bollwerk gegen den Faschismus in Europa. Dort kam es am 19. März 1941 endlich zur Gründung der “Union deutscher sozialistischer Organisationen in Großbritannien” durch die SPD, die SAP (Sozialistische Arbeiterpartei), den ISK und die Widerstandsgruppe “Neu Beginnen”, womit jedoch die Option, auch die Kommunisten in eine gemeinsame Arbeiterfront miteinzubeziehen, endgültig vertan war. Die Möglichkeiten des ISK zur aktiven Widerstandsarbeit erwiesen sich jedoch nur noch als gering. Zum einen war es seit der Aufdeckung der innerdeutschen Gruppen nicht mehr möglich, Schriften ins Reich einzuschleusen, zum anderen war die RestGruppe des ISK deutlich dezimiert; dennoch gelang es Willi Eichler den vierzehntägigen Informationsdienst “Europe speaks” herauszugeben. Auch wollten die ISK-Mitglieder in England den Kontakt zu den Genossen, die in Deutschland noch auf freiem Fuß waren, nicht endgültig abreißen lassen, weswegen die Aktivistin Anne Kappius im April 1944 illegal ins Reich einreiste. Ihr Gatte, Jupp Kappius, wagte es sogar im September 1944 mit dem Fallschirm über dem Ruhrgebiet abzuspringen und arbeitete dort bis Kriegsende im Untergrund. Zwar war es diesen beiden Aktivisten kaum möglich, eine flächendeckende Widerstandsarbeit zu organisieren, dennoch beweist ihr Einsatz, dass der Wille der ISK-Funktionäre bis zum Schluss ungebrochen war.

http://www.shoa.de/drittes-reich/widerstand-resistenz-und-dissens/433.html

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Der Internationale Sozialistische Kampf-Bund
(ISK) und seine Publikationen

Kap. 2, S. 67: Zu diesem Informationsnetz gehörten auch Aenne Kappius-Ebbert und Josef Kappius (154). Sie unternahmen lebensgefährliche Kurierreisen nach Deutschland, wo sie z.B. die Stimmung
einfangen und Informationen aus Deutschland herausbringen sollten.  Link berichtet, dass Jupp Kappius gegen Ende des Krieges der einzige Kontaktmann des ISK im Reich, speziell im Ruhrgebiet, war.  Kappius war im September 1944 per Fallschirmsprung über dem Emsland ins Reich eingeschleust worden, um Gewerkschaften und Betriebsräte zu reorganisieren und Kontakte mit Resten der Organisation zu halten.157 Kappius schrieb Situationsberichte, die seine Frau Aenne bei Kurierreisen mit in die Schweiz nahm. Ihre beiden letzten Reisen fanden im Oktober 1944 und im Januar/Februar 1945 statt. Von der Schweiz aus wurden die Berichte zu Willi Eichler nach London weitergeleitet, der sie – zusammen mit Augenzeugenberichten von Aenne Kappius und anderen Illegalen – auszugsweise veröffentlichte.

154 Josef („Jupp“) Kappius (1907–1967), Ehemann von .. Aenne Kappius-Ebbert, SAJ (1924), DMV (1925), ISK (ab 1933), Exil: Schweiz, Frankreich (1937), Großbritannien (1939), Internierung in Australien (bis 1943), Fallschirmabsprung in Deutschland mit Hilfe der Alliierten und Kontaktaufnahme mit ISK Widerstandsgruppen
in Deutschland, vor allem im Ruhrgebiet (1944-1945), nach dem Krieg Rückkehr nach Deutschland, aktiv in der SPD, z.B. als NRW-MdL (ab 1955).

Wiki zum ISK

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90 Jahre Hellmut Kalbitzer

Im Sommer 1944 kam Änne Kappius illegal über die „grüne Grenze“ aus der Schweiz, um mit ihnen die Lage zu beraten und über den Zusammenschluss der nicht-kommunistischen linken Emigrantengruppen in der „Union deutscher Sozialisten im Ausland“ zu berichten. Als Kontaktadresse nannte sie auch Willi Opitz, der von sich aus in Basel Kontakte zu emigrierten Sozialdemokraten aufgenommen hatte. Er war vor und nach der Nazizeit Betriebsratsvorsitzender der Altonaer-Kaltenkirchener Eisenbahn.
Mit einem Decknamen getarnt konnte Hellmut Kalbitzer ihn besuchen und durch ihn und seine Frau Verbindung zu weiteren Genossen in Altona aufnehmen.

Mitte 1944 sprang Jupp Kappius, als Arbeitssoldat verkleidet, im Ruhrgebiet mit einem Fallschirm ab, um die Verbindung zwischen den Emigranten und dem Widerstand in der Heimat herzustellen. Er lebte bis zum Kriegsende illegal im Hause von Emmis Bruder Ernst Volkmann in Bochum.

Noch im Januar 1945 gelang es einer Gestapo-Agentin, sich an einen der Kuriere zu hängen und Gruppen in Hannover und Berlin verhaften zu lassen. Die Genossen aus Hamburg und dem Ruhrgebiet konnten glücklicherweise rechtzeitig gewarnt werden.

http://www.olafscholz.de/deutsch/altona/index.php?news_id=197&year=2003&print=1

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