“Welchen Sinn soll ich meinem Leben geben?”

Fortsetzung des Geburtstagsbriefes an R. zu dessen 20sten Geburtstag am 13. April 1942.

Eine schwierige Frage.  Und eine, die Du fuer Dich selber loesen musst, wenn Du nicht einer von Vielen sein willst. die in den Tag hinein leben, ihre ganze Aufmerksamkeit darauf richten, wie sie ihre Beduerfnisse befriedigen, wie sie es so angenehm wie moeglich haben koennten.  Dies ist eines Menschen unwuerdig.  Denn das gerade macht den Menschen aus, dass er sich Zwecke setzen kann, dass er nicht von einem Moment zum anderen leben muss wie ein Tier, sondern planen kann in die Zukunft, dass er seine Augen zum Himmel erheben kann und sie auf ein fernes Ziel richten, das zu erreichen er die Kraefte seines Koerpers, seines Geistes und seiner Seele einsetzen kann.

Welches Ziel sollte der Mensch sich setzen?

Es bequem und angenehm zu haben, ist kein Ziel.  Das erreichen wir ohne Anstrengung dadurch, dass wir immer gerade dem nachgeben, was unser Koerper verlangt, dem, was wir am liebsten moechten – essen oder schlafen, arbeiten oder faulenzen – wie es die Gunst der Stunde bringt und eingibt.  Nicht wahr, dies ist kein Ziel, das man sich ausdruecklich setzen muesste.  Es muesste schon ein ideales Ziel sein, eines, das ueber persoenliche Wuensche und Begierden hinausgeht.

 

Hier geht’s zum Anfang des Briefes:

Vom Sinn des Lebens – Ratschlaege zum 20. Geburtstag

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